© Astrid Burmeister

Ev.-luth. Kirchengemeinde St.-Jürgen Holtrop

Himmelfahrt feiern

Thu, 21 May 2020 10:54:24 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße zum „Himmelfahrts-Fest“ am 21.05.2020 aus Ihrer 
St. Jürgen-Kirchengemeinde!
Zum dritten Mal dürfen wir Sie wieder zum Gottesdienst und 
zum ersten Mal zum Gottesdienst unter freiem Himmel einladen. 
Was für ein Glück! Manch einer bleibt aber zur Vorsicht noch lieber zuhause. Durch diese kleine Andacht können Sie zuhause teilhaben.
 
Das Fest „Christi Himmelfahrt“ erinnert an die Zeit nach Jesu Tod und Auferstehung. Im Neuen Testament lässt sich nachlesen, wie seine Freunde nach seinem Tod und seiner Auferstehung zusammen waren und Jesus auf einmal mitten unter ihnen war. Himmelfahrt selbst wird so beschrieben, dass Jesus bei seinen Freunden war und „empor gehoben wurde und dann verhüllte ihn eine Wolke vor ihren Augen.“ (Apg 1,9-11) Er selbst hat im Vorfeld einmal gesagt: „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Joh. 12,32 Um das, was bleibt, um die Spur, die Jesus gelegt hat, um den richtigen Weg zum wahren Leben geht es also  an diesem besonderen Tag.
Wir feiern diesen Tag im Namen Gottes, der die Welt in´s Leben rief und auch uns, im Namen Jesu Christi, der uns eine unauslöschliche Spur zum wahren Leben gelegt hat und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns umgibt und erfüllt.
 
Einladung zum Gebet:
Gott, wir danken dir für die Menschen, die Wärme und Geborgenheit in unser Leben gebracht haben.  
Wir danken dir für die Lebendigkeit, mit der wir jeden Tag neu erleben dürfen. Wir danken dir für die Sehnsucht nach Heilwerden der Welt und der Menschheit, denn das verbindet uns mit dir und den Menschen.
Wir bitten dich, dass du uns immer wieder spüren lässt, 
wie wichtig dir jeder einzelne ist. 
Deine Liebe macht uns stark und hoffnungsvoll.
Hilf uns, dass wir erkennen, wie andere Menschen uns guttun, 
und lass uns ihnen freundlich begegnen.  
Hilf uns, dass wir anderen dein Licht und deine Wärme, 
den Glanz deiner Herrlichkeit bringen, weil du sie in uns zum Leuchten bringst.  
Wir bitten dich für Menschen in Not und in Krankheit, 
schenke ihnen Hoffnung, heilende Hände, 
belebende Gedanken und Kraft zu überwinden.
Im Vertrauen auf dich, Gott, und in Achtsamkeit für die Welt und für uns selbst beten wir zu dir wie Jesus Christus es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel…
 
Himmelfahrt –Joh. 17,20-26 Christi Spur zum Leben
Jesus betet für seine Jünger
20 Ich bitte aber nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 Ich bete, dass sie alle eins sind, und zwar so, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen sie in uns eins sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. 22 Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie wir eins sind,
23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommene Einheit gewinnen und damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, so wie ich von dir geliebt bin.  24 Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.  Sie sollen nämlich meine Herrlichkeit sehen können, die du mir gegeben hast, weil du mich liebtest – schon vor Erschaffung der Welt.
25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht, aber ich kenne dich; und diese hier haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
26 Ich habe ihnen deinen Namen bekanntgemacht und werde das auch weiterhin tun. Ich tue das, damit die Liebe, die du zu mir hast, auch sie erfüllt und ich selbst in ihnen bin.“
Gott segne an uns dieses Bibelwort.  
Faszination auf der einen Seite, aber auch tiefe Ablehnung auf der anderen Seite hat Jesus zu seiner Zeit erlebt. Ein lebendiger Glaube, der mit Gott als Gegenüber lebt, dazu hat er eingeladen und ist damit bei den Mächtigen angeeckt. Denen, die ihm lieb waren, hat er etwas mitgeben wollen. Er spricht mit ihnen über den Hass der Welt, den Beistand der kommen wird, wie sich Trauer in Freude verwandeln wird und dann, kurz bevor er sich verhaften lässt, betet er für die, die seiner Spur folgen. Insofern begegnet in diesem Gebet mehr als Weltdeutung und ein Wechsel des Blickwinkels. Es ist mehr als ein bloßes: „Kopf hoch, sieh es doch mal so!“ Vorbereitend auf seine Gefangennahme, und seinen Tod am Kreuz, vorbereitend aus seine Auferstehung und seine Erscheinung bei den Jüngern und die Zeit, in der er nicht mehr unter ihnen sein wird, nimmt er die Jünger und auch uns mit hinein in dieses unbegreifliche Geschehen seiner Auferstehung. 
Das Gebet, unser Predigttext, ist sein Vermächtnis. Es ist beschreibt das was bleibt, wenn er gegangen ist.
Geheimnisvoll bleiben seine Worte. Das ist wahr. Aber so viel ist klar: Wir sollen in ihm die Liebe Gottes erkennen, wie sie in der Welt am Werk ist. Und wir sollen verstehen, dass in Christi Handeln und Leben, Sterben und Auferstehen Gott liebevoll an uns handelt.
Wir alle sind geliebte Geschöpfe Gottes. Das verbindet uns zu einer großen Familie, zu Schwestern und Brüdern im Glauben an Christus - weltweit. 
Weltweit verbindet uns das im Gebet, im Gespräch mit Gott und im Suchen und Finden des guten und richtigen Wegs im Leben und auch darüber hinaus.  Das bleibt nicht ohne Folgen. 
 
Das Erleben der gegenwärtigen Pandemie führt uns vor Augen, dass die Welt zusammenhängt. Covid 19 geht um die Welt. Abstand halten, Händewaschen und Kontakte einschränken, das kann nicht jeder gleich gut. Es fällt am schwersten dort, wo Lebensräume dicht gedrängt sind und das tägliche Brot in engem Kontakt verdient wird. Solche Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, ist eine Herausforderung für die ganze Welt. Auch der Einsatz für den Erhalt der Schöpfung  und der Klimaschutz können dann Frucht tragen, wenn Menschen auf der ganzen Welt mitmachen und diese Überlebensaufgabe ernst nehmen. Da kommt es auf jede und jeden an. Es ist eine große Aufgabe. 
 
In den Kontakteinschränkungen kann es geschehen, dass sich manch einer, manch eine sehr alleine fühlt. Und in der Tat geht vieles, was sonst so selbstverständlich ging, in dieser Zeit nicht. Der eine oder die andere mag da Nähe schmerzlich vermissen. Einen guten Freund kann man aber auch anrufen. Eine gute Freundin kann man über den Gartenzaun beim abendlichen Plausch fragen, wie es ihr geht. Es gibt viele Gelegenheiten, einander nahe zu sein, ohne sich zu umarmen. Das Gebet für unsere Gemeinschaft- die kleine in unseren alltäglichen Kontakten und familiärer Verbundenheit und die große weltweite Gemeinschaft- ist eine davon. Eine Freundlichkeit im Vorübergehen kann den Tag eines Anderen verändern. Nehmen wir das ernst! In der Bibel heißt es: „Ein zuverlässiger Freund ist wie ein sicherer Zufluchtsort. Wer einen solchen Freund gefunden hat, der hat einen wahren Schatz gefunden.“ In Gott haben wir einen Freund, der uns vom ersten Moment unseres Daseins an liebt und begleitet. Noch bevor wir ahnen, wer wir sind, und wir noch im warmen Wasser in Mutters Bauch schwimmen – da sieht Gott unserem Werden schon mit Freude zu. In der Taufe erklärt er uns seine Freundschaft – und ein Leben lang wünscht er sich, dass wir zur Freundschaft mit ihm finden und in ihr leben. Dann erkennen wir, wie Martin Buber einmal gesagt hat, „dass Gott in jedem Menschen etwas Kostbares und Einzigartiges in die Welt gesetzt hat“. Jesus Christus hat uns etwas hinterlassen, was sich in aller Zeit nicht verflüchtigt: Den Glanz in unseren Augen, wenn wir im Anderen die Liebe Gottes spüren. In diesem Glanz können wir den Schimmer des Himmels erkennen, wie er sich in unseren Augen widerspiegelt.
Bleiben Sie behütet, Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
 
Lied: Ergänzungsband 6 Wir feiern deine Himmelfahrt
1. Wir feiern deine Himmelfahrt mit Danken  und mit Loben. Gott hat sich machtvoll offenbart, das Kreuz zum Sieg erhoben. Er sprach sein wunderbares Ja. Nun bist du immer für uns da, entgrenzt von Raum und Stunde. 
 
2. Das Reich, in das du wiederkehrst, ist keine ferne Höhe. Der Himmel, dem du zugehörst, ist Herrschaft und ist Nähe. Präg du uns ein, Herr Jesus Christ: Gott ist nicht, wo der Himmel ist; wo Gott ist, da ist Himmel.
 
3. Du hast die Angst der Macht beraubt, das Maß der Welt verwandelt. Die wahre Macht hat nur, wer glaubt und aus dem Glauben handelt. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass dir die Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. 
 
 
 
 
(Hörprobe zum Mitsingen: Hier auf der Homepage)
Übrigens: Feiern sie Sonntag am Radio um 10.00 Uhr Gottesdienst mit:
Radio Ostfriesland UKW 94,0 oder live in unserer St. Jürgen-Kirche