© Astrid Burmeister

Trinitatis

Sun, 07 Jun 2020 12:40:57 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße am Sonntag Trinitatis, dem 07.06.2020,
aus Ihrer St. Jürgen-Kirchengemeinde!
Wenn das Wetter es erlaubt, feiern wir Gottesdienst im Bibelgarten. Aber auch bei Regenwetter haben wir eine gut vorbereitete Kirche, in der die Beachtung der Hygiene-Auflagen leichtfällt.  Und doch mag es den einen oder anderen geben, der zur Vorsicht lieber zuhause bleibt. 
Damit Sie auch zuhause mitfeiern können, nehmen Sie diesen Mitnehm-Gottesdienst beim Bäcker, im Eierhuske oder an der Kirchentür mit und feiern Sie in Verbundenheit von zuhause mit uns mit.
 
Am Sonntag Trinitatis geht es um das Geheimnis Gottes. Denn Gott bleibt geheimnisvoll. Er begegnet uns in Jesus Christus als Bruder, im Heiligen Geist als Tröster. Er steht uns gegenüber als Urgrund allen Seins und ist zugleich mit uns unterwegs. Sein Segen begleitet uns. Mit drei guten Wünschen auf einmal begrüßt uns an diesem Sonntag der Wochenspruch (2. Kor 13,13): Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! So klingt es am Sonntag der Dreieinigkeit Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unser Gott ist drei in eins. In seinem Namen auszuruhen, uns anreden zu lassen durch sein Wort, Kraft zu schöpfen, uns zu freuen und unserem Dank Ausdruck zu verleihen, dazu sind wir an diesem Tag besonders eingeladen. Wir feiern im Namen Gottes, Quelle des Lebens, im Namen des Sohnes, Grund unserer Hoffnung und im Namen Gottes, des Heiligen Geistes, der Kraft, die uns verbindet, belebt und begeistert.
 
Einladung zum Gebet:
Gott, manchmal fühlen wir uns so durstig: Durstig nach Trinken, durstig nach Liebe, durstig nach Hoffnung. Sieh auf uns, Gott, und stille unseren großen Durst nach Leben. 
Gott, drei in einem, du bleibst Geheimnis und doch wendest du uns dein Angesicht zu. Aus deinem Segen leben wir, deinen Segen lass uns weitergeben. Wir bitten dich für die Menschen in unserer Gemeinde, für die Einsamen, dass du sie begleitest. Für die Paare oder Familien, dass sie immer wieder ein Segen füreinander werden. Wir bitten dich für unsere Verstorbenen, dass du die Angehörigen und alle Trauernden und Ängstlichen tröstest, dass sich Friede einstellt im Himmel und auf Erden. Voller Vertrauen beten wir zu dir: Vaterunser…
 
 
Segen, Segen, Segen 4. Mose 6,22-27
Gott befahl Aaron und seinen Söhnen zu sagen: 
„So sollt ihr die Israeliten segnen: Sagt: 
Gott segne dich / und behütet dich! 25 Möge sein Angesicht über dir leuchten / und er dir gnädig sein! 26 Gott blicke dich freundlich an / und gebe dir Frieden.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.“
 Gott segne an uns dieses Bibelwort.  
 
„Dazu habt ihr meinen Segen!“ Sagt der Vater einer jungen Frau, wenn der künftige Schwiegersohn um die Hand seiner Tochter anhält. Die Eltern geben ihr: „Okay“! zu dieser Verbindung, die ja eigentlich in der Liebe der erwachsenen Kinder liegt. Darum werden Eltern es  je nach Verbundenheit mit dem künftigen Familienmitglied gerne geben, wohl wissend, dass die erwachsenen Kinder eigentlich unabhängig von ihrer Stellungnahme machen könnten, was sie für richtig halten. „Dazu habt ihr meinen Segen!“ Das meint aber noch mehr. 
Es drückt Vertrauen aus und es traut den jungen Leuten zu, dass sie ihren Weg verantwortungsbewusst und auf beste Weise gehen werden. 
Eltern sagen damit auch, dass sie das angekündigte Handeln gut heißen und den künftigen Bund mit ihrem Wohlwollen unterstützen werden.
„Da liegt kein Segen drauf!“ sagen wir, wenn wir ahnen, dass aus dem, was da begonnen wird, nichts Gutes herausspringen wird. Es glückt nicht, es wird nicht zum Wachsen kommen und keine Früchte tragen. 
In dem Wort „segnen“ steckt das Wort „signare“ – „zeichnen“- also mit dem Kreuz-Zeichen versehen. Das Zeichen des Kreuzes, mit Wasser in der Taufe auf Stirn und Brust gezeichnet, sagt uns nicht: „Es wird dir in allem immer nur gut gehen.“ Aber es sagt: „In allem, was dir widerfahren wird, wird Gott an deiner Seite bleiben und mit dir durch dick und dünn gehen. Selbst im Letzten kannst du dich in seiner Hand geborgen wissen.“ Gott schließt mit uns einen Bund und so stellt er unsere kurze Geschichte in den Horizont der langen Geschichte Gottes mit den Menschen.  Dieses Bündnis hält.  Es kann durch niemanden zerstört werden. In diesem Bund sind Gott und „seine Menschen“ verbunden. 
Gott ist nicht Gott für sich. Gott geht in Beziehung. 
Der Stämmebund der zwölf Stämme Israels in der Frühzeit Israels stellt die Einigung der sesshaft gewordenen benachbarten Stämme dar. Sie alle wissen sich  durch den Glauben an Gott verbunden. Jeder Stamm bekommt seinen Lebensbereich und seine Aufgabe zugeordnet. Den Aaroniten aus dem Stamm Levi, dem als einzigem kein Gebiet zugeordnet ist, gibt Gott die besondere Aufgabe des Dienstes an seinem Heiligtum. In unserem  Predigttext überträgt  Gott ihnen die besondere Aufgabe, seinen Segen weiterzugeben. 
Segen bedeutet, dass Gottes Name auf uns liegt. Segen wirkt sich aus. Das gilt für viele und für jeden einzelnen. Gottes Segen gilt jedem, egal welche Hautfarbe er oder sie hat oder welche nationalen Zugehörigkeit. 
Gottes Segen begleitet ein Leben. Segen stellt die Einzigartigkeit eines jeden Menschen heraus, denn Gott sieht ihn gnädig an. Seine Freundlichkeit wohnt in diesem Segen. Kein Mensch kann diesen Segen auflösen. Er bewirkt Frieden. 
Er legt eine Kraft der Ruhe und der Geborgenheit in unser Herz. 
 
Nicht immer können wir das spüren. Manchmal haben wir durchaus auch unsere Zweifel daran. Manchmal ist das glaubende Vertrauen darauf eine Herausforderung. Darum will Gottes Segen immer wieder zugesprochen werden. 
 
Margaret Fishback Powers beschreibt das in ihrem Gedicht „Spuren im Sand“.
Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
 Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich,
 Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
 meine eigene und die meines Herrn.
 
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück.
 Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges
 nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
 Zeiten meines Lebens.
 
Irritiert fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
 da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
 Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
 nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen,
 als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."
 
Heute möchte ich Ihnen dies zusprechen:
Gottes segne dich und behüte dich;
Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig;
Gott erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
 
Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
 
 
139 Gelobet sei der Herr
1. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der mir hat mein’ Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an,
der alle Augenblick viel Guts an mir getan.
 
2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben,
des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben,
der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut,
der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut.
 
3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben,
des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben,
der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft,
der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.
 
EEG 15 Auf, Seele, Gott zu loben
1. Auf, Seele, Gott zu loben! Gar herrlich steht sein Haus Er spannt den Himmel droben gleich einem Teppich aus. Er fährt auf Wolkenwagen, und Flammen sind sein Kleid. Windfittiche ihn tragen, zu Diensten ihm bereit.
 
2. Gott hat das Licht entzündet, er schuf des Himmels Heer. Das Erdreich ward gegründet, gesondert Berg und Meer. Die kühlen Brunnen quellen im jauchzend grünen Grund, die klaren Wasser schnellen aus Schlucht und Bergesgrund. 
 
3. Vom Tau die Gräser blinken, im Wald die Quelle quillt, daraus die Tiere trinken, die Vögel und das Wild. Die Vögel in den Zweigen lobsingen ihm in Ruh, und alle Bäume neigen ihm ihre Früchte zu.
(Hörprobe zum Mitsingen hier auf der Homepage) Übrigens: Gottesdienst mitfeiern geht jeden So,10.00 Uhr: Radio Ostfriesland UKW 94,0 oder live im Bibelgarten St. Jürgen
Quelle: CSchuster-Scholz
Byzantinische Dreifaltigkeitsikone von Andrei Rubljow