© Astrid Burmeister

Erntedank feiern

Sat, 03 Oct 2020 07:53:55 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße am Erntedankfest,
am 04.10.2020 aus St. Jürgen!
Was wir vor haben birgt keinen Schrecken für wetterfeste Ostfriesen: Wir feiern Erntedank auf dem Holtroper Dorfplatz mit Posaunenchor und Erntekrone. Stühle sind mit Abstand aufgestellt. Sollten Sie dennoch bedenken haben , können Sie auch von zuhause mitfeiern. Damit Sie zuhause mitfeiern können, nehmen Sie diesen Mitnehm-Gottesdienst beim Bäcker, im Eierhuske oder an der Kirchentür mit und feiern Sie in Verbundenheit von zuhause mit uns mit.
 
Nicht alles im Leben können wir kaufen. Nicht alles ist selbstverständlich. Zwar lassen sich Risiken minimieren – die entscheidenden Dinge im Leben aber können wir nicht herstellen oder uns garantieren lassen. Wir müssen sie uns schenken lassen. Wie die Feldfrüchte vom Wetter abhängig sind, bedarft ein gelingendes Leben der Zuwendung Gottes. Und umgekehrt sind wir eingeladen, dankbar wahrzunehmen, was Gott uns alles schenkt. Darum geht es am Erntedankfest und im Wochenspruch: Aller Augen sehen auf dich, Gott, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145,15)
Darum feiern wir im Namen Gottes, der die Welt geschaffen hat und auch uns,  im Namen des Sohnes, der uns gezeigt hat, wie Liebe und Barmherzigkeit auf dieser Welt Gestalt annehmen, und im Namen des Heiligen Geistes, der uns Kraft gibt und uns begeistert.
 
Einladung zum Gebet: 
Ich will dir danken, Gott,  
für das Gelb der Blumen und das Blau des Himmels,
für die Süße der Trauben und die Würze im Brot. 
 
Ich will dir danken, Gott, 
für die Tränen in der Nacht und das Lachen am Morgen, 
Ich will dir danken für das, was bleibt und für das, was neu wird.
 
Ich will dir danken, Gott, 
für mein Leben.Du hast mich so reich beschenkt.
 
Und ich will dich bitten, Gott,  für dieses und das kommende Jahr: Lass du aufgehen und Frucht tragen, was wir aussähen und begonnen haben. Amen
 
Staunen über Gott
1 Damals stand wieder eine große Menschenmenge bei Jesus, die nichts zu essen hatte. Da rief Jesus die Jünger zu sich und sagte:2 „Diese Leute tun mir leid. Seit drei Tagen sind sie hier bei mir und haben nichts zu essen.3 Und wenn ich sie jetzt hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen, denn sie sind zum Teil von weit her gekommen.“ 4“Wo soll man denn hier in dieser Einöde Brot hernehmen, um all diese Menschen satt zu machen?“ fragten die Jünger. 5 Doch Jesus fragte zurück: „Wieviele Brote habt ihr?“ – „Sieben“ antworteten sie. 6 Da forderte er die Leute auf, sich auf die Erde zu setzen. Er nahm die sieben Fladenbrote, dankte Gott dafür, brach sie in Stücke und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen. Die Jünger verteilten sie an die Menge. 7 Sie hatten auch noch einige kleine Fische dabei. Jesus ließ sie ebenfalls austeilen, nachdem er sie gesegnet hatte. 8 Die Leute aßen, bis sie satt waren, und füllten sogar noch sieben große Körbe mit den übrig gebliebenen Brocken. 9 Es waren etwa viertausend Menschen.
 
Wo gibt’s denn so was? Das wenige, das da ist, wird geteilt – so reicht es für alle und es bleibt noch etliches übrig. 
Besonders spannend finde ich hier wie das Abendmahl, das Jesus ja erst viel später in Jerusalem mit seinen Jüngern feiern wird, schon anklingt: Jesus „nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern“. Es ist genug. Im Teilen und gemeinsamen Essen mit Jesus bekommt jeder soviel er braucht. Erstaunlich. Die Evangelien berichten von manchem, was die Menschen staunen lässt und sie ahnen lässt: In Jesus haben sie es wahrhaftig mit dem lebendigen Gott zu tun. 
Ich denke aber, hier gibt es noch mehr zu lernen: Gott gibt, was alle zum Leben brauchen. Sicher es braucht unserer Hände Arbeit und sicher auch einige Fachkunde dazu. Und wenn wir dann nicht vergessen, wer das Gedeihen dazu gegeben hat, Gott danken und das Teilen nicht vergessen, dann reicht es für alle zum Leben. 
„Soviel du brauchst“ (2. Mose 16,18) war das Motto des Kirchentages 2013. Dabei ging es nicht nur um das Danken und Staunen angesichts der Fülle, die Gott schenkt. Es ging auch darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, was man wirklich braucht. Nicht immer mehr zu wollen, sondern die Freude des Teilens zu entdecken.„Es reicht“ ist die Überschrift über die Kampagne von „Kirche auf dem Lande“ in diesem Jahr. 
Da finden sich Erfahrungsberichte über ökologisch verträglichen Anbau, Erfolgsberichte über Direktvermarktung und aktiven Klimaschutz. Beispiele, die Mut machen und zugleich zeigen: Wir alle entscheiden mit, wie wir leben wollen. Die Arbeit, die in unserer Landwirtschaft getan wird, verdient es, geachtet zu werden. Dazu gehört auch die Bereitschaft, einen fairen Preis für diese wertvollen Produkte zu zahlen. Es sind Lebens-Mittel, das, was Menschen gesund und bei Kräften hält. In dem Heft „Es reicht“ findet sich auch ein Bericht der Welthungerhilfe mit der Erinnerung an das Ziel: Niemand soll hungern. Das geht. Wenn das Teilen richtig gelingt und der Wert der Lebens-Mittel als Lebensmittel geachtet wird. Lebensmittel sind keine Spekulationsmasse, sie sind Geschenk Gottes, der Leben will und zum Leben hilft – manchmal auf wunderbare Weise. Mir ist dazu eine wunderbare etwas andere Lesart unseres Evangeliums durch den Theologen Lothar Zenetti in die Hand gefallen, die ich gerne weitergeben möchte: 
Als Jesus sah, wie viele Menschen um ihn versammelt waren und wie viele noch herandrängten, empfand er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken. Als es Abend wurde, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: „Herr, die Zeit ist vorgerückt, es ist spät: Entlasse die Menge! Sie haben keine Zeit und wir auch nicht!“
Da wandte sich Jesus an seine Jünger: Weshalb sollen sie weggehen? Gebt ihr ihnen von eurer Zeit!“ Da sagten sie zu ihm: „Wir haben ja selber keine, und was wir haben, dieses wenige, wie soll das reichen, um uns um alle und am Ende noch um jeden einzeln zu kümmern?“ Doch es fand sich, dass einer von ihnen noch sieben Termine frei hatte, zur Not, mehr nicht, dazu zwei Viertelstunden. Und Jesus lächelte und sagte: „Gut, das ist doch schon etwas. Stellen wir´s den Leuten zur Verfügung!“ Und er lies die Volksscharen erneut Platz nehmen. Er nahm die fünf Termine, die sie hatten, und dazu die beiden Viertelstunden. Er blickte zum Himmel und sprache in Segensgebet. Dann teilte er das Vorhandene auf und ließ austeilen die kostbare Zeit, die sie hatten durch seine Jünger an die vielen Leute. Und siehe, es reichte nun das wenige für sie alle. Keiner ging leer aus. Ja sie füllten am Ende noch zwölf Tage mit dem, was übrig war an Zeit. Und dabei waren es an die viertausend Männer, die Frauen und Kinder garnicht mitgerechnet. Es wird berichtet, dass die Jünger staunten. Denn alle sahen es: Das Unmögliche wird möglich durch ihn. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit!
Bleiben Sie behütet. Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
 
Wochenlied: EG 502 Nun preiset alle
1. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er lässt dich freundlich zu sich laden;
freue dich, Israel, seiner Gnaden,freue dich, Israel, seiner Gnaden!
 
2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben,
Psalter und Harfe ihm Ehre geben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben.
 
4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet frühn und späten Regen,
füllet uns alle mit seinem Segen, füllet uns alle mit seinem Segen.
 
5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit; sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden;
freue dich, Israel, seiner Gnaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden!
EEG 15.Auf Seele, Gott zu loben 
1. Auf Seele, Gott zu loben! Gar herrlich steht sein Haus. Er spannt den Himmel droben gleich einem Teppich aus. Er fährt auf Wolkenwagen und Flammen sind sein Kleid. Windfittiche ihn tragen, zu diensten ihm bereit.
 
2. Gott hat das Licht entzündet, er schuf des Himmels Heer. Das Erdreich ward gegründet, gesondert Berg und Meer. Die kühlen Brunnen quellen im jauchzend grünen Grund, die klaren Wasserschnellen aus Schlucht und Bergesgrund,
 
4. Gott lässet Saaten werden zur Nahrung Mensch und Vieh. Er bringet aus der Erden das Brot und sättigt sie. Er sparet nicht an Güte, die Herzen zu erfreun. Er schenkt die Zeit der Blüte, gibt Früchte, Öl und Wein.
(Hörprobe zum Mitsingen: www.Kirche-Holtrop.de
Übrigens: Gottesdienst mitfeiern: So,10.00 Uhr: Radio Ostfriesland UKW 94,0 oder live auf dem Holtroper Dorfplatz oder in der Kirche in St. Jürgen
Quelle: Christiane Schuster-Scholz
Erntedank in St. Jürgen