© Astrid Burmeister

Herzliche Grüße zum 9. Sonntag nach Trinitatis

Sun, 01 Aug 2021 11:13:30 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße  aus der St. Jürgen- Kirche zu Holtrop!
Herzlich laden wir zum Gottesdienst am 01.08.21 um 10.00 Uhr in Holtrop- bei schönem Wetter  im Bibelgarten  unter einem hohen Pagodendach- mit Abstand und -auf dem Sitzplatz unbelastet durch Mund-und Nasenschutz- ein. Vielleicht aber möchten Sie lieber die Gelegenheit nutzen und gänzlich kontaktlos von zuhause mitfeiern. Dafür ist dieser Mitnehm-Gottesdienst gedacht, den Sie auch regelmäßig beim Bäcker, im Eier-Huske und an der Kapellentür in Akelsbarg und an der Kirchentür in Holtrop finden.  
Der neunte Sonntag nach Trinitatis hebt das Wagnis des Glaubens hervor. 
Wer auf Gott vertraut, sich auf Gott einlässt, sollte sich in jeder Hinsicht auf Überraschungen gefasst machen. Auf jeden Fall sollte er die Rechnung nicht ohne Gott machen, denn sonst könnte es passieren, dass er auf Sand gebaut hat. Wem von Gott eine besondere Begabung zuteilgeworden ist, der ist immer auch besonders gefordert. Das soll unser Herz aber nicht ängstlich machen, sondern im Gegenteil uns ermutigen, unsere Begabungen füreinander und in Dankbarkeit gegenüber Gott einzusetzen. So klingt es im Wochenspruch an: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“ Lukas 12,48
Wir feiern Gottesdienst im Namen Gottes, Quelle des Lebens, im Namen des Sohnes, Grund unserer Hoffnung und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns mit Lebendigkeit erfüllt, bewegt und begeistert. 
 
Einladung zum Gebet: 
Gott, du hast mir eine Stimme gegeben,
damit ich sagen kann, was mich stört und was mich freut.
 
Gott, du hast mir Ohren gegeben, 
damit ich höre, wo Not ist und wo die Freude wohnt.
 
Gott, du hast mir Augen gegeben,
damit ich sehe, wo ich gebraucht werde.
 
Gott, du hast mir Hände gegeben, 
damit ich meinen Worten Taten folgen lasse. 
Gott, ich danke dir! Amen                                         (Heike Hinsch)

Mt. 13,44-46 Jesus sagt in Gleichnissen, 
                                   „was seit Erschaffung der Welt verborgen war“
44 Mit dem Reich, das der Himmel regiert, verhält es sich wie mit einem im Acker vergrabenen Schatz, der von einem Mann entdeckt wird. Voller Freude geht er los, verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. 45 Mit diesem Reich ist es auch wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht. 46 Als er eine besonders wertvolle entdeckt, geht er los, verkauft alles, was er hat, und kauft sie.“
 
Alles loslassen – wer kann das schon? Und das mit fröhlichem Herzen. Und überhaupt, woher weiß ich denn, dass der Wert dessen, was ich gewinnen könnte, größer ist als der Wert dessen, was ich verliere?
Bei den heutigen Marktschwankungen sind solche Einschätzungen manchmal noch viel schwieriger. Und wer sagt, dass der Acker noch für mich erschwinglich ist, wenn aller Besitz veräußert ist? Da liegt es doch näher, alles fein so zu behalten, wie es immer gewesen ist. Frei nach dem Motto: So sind Generationen davor gut gefahren. Das kann ja nicht schlecht sein. 
Doch: Halt! Hier geht es nicht um Marktwirtschaft. Hier geht es um ein anderes kostbares Gut. Vielleicht geht es sogar um ein noch viel kostbareres Gut, als das, was irgenwie mit Geld zu bezahlen ist. 
Es geht um unser Vertrauen. Es geht um unser Vertrauen auf Gott. Es geht um Glauben. Und Glauben, das lerne ich aus der gleichnishaften Vorrede, ist immer ein Wagnis. Allerdings ein Wagnis, das sich immer lohnt. 
Ich gewinne eine Gotteskraft, die sich auswirkt in meinem Leben und über die Grenzen dieses Lebens hinaus. 
Ich gewinne einen anderen Blick auf mein tägliches Erleben.
Ich sehe den Anderen, der mir begegnet, mit der Achtung, die ihm von seinem Schöpfer zuteilgeworden ist, als er ihn einzigartig geschaffen hat. 
Ich sehe anders in den Spiegel. Im Spiegel erblicke ich das Gesicht, das unsichtbar das Wasserkreuz der Taufe auf der Stirn trägt und den Taufsegen: 
„Unser allmächtiger Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der dich durch Wasser und den Heiligen Geist von neuem geboren hat, der bewahre dich im Leben und stärke dich im Glauben zum ewigen Leben!“
Ich gehe anders durch die Straßen. Ich gehe nicht ängstlich, sondern zuversichtlich. Ich gehe nicht in Verteidigungsposition, gefasst auf das, was mir zu nahekommen könnte, sondern offen für Begegnungen. 
Mit anderem Mut forsche ich nach den Begabungen und Kräften, die Gott in mich hineingelegt hat. Ich entdecke mit Freude, was mir gelingt. Ich probiere mich mit Mut aus. Es kann sein, dass im Alter die Erfahrung der Kraft weicht. Und doch gibt es zu jeder Zeit etwas, das Gott mir anvertraut, aus dem ich schöpfen und anderen weitergeben kann. 
Glaube verhilft manchmal auch, nicht alles so verbissen zu sehen. 
Glaube kann sehr humorvoll sein, wenn ich staune, weil sich etwas, das ich so geplant habe, ganz anders entwickelt. 
Glaube bleibt im Gespräch. Am Morgen, wenn ich mit tiefem Ein- und Ausatmen den Tag begrüße und umarme, am Mittag, wenn ich genieße, was Gott wachsen lässt- uns zur Nahrung- und am Abend, wenn ich in Ruhe den Tag noch einmal vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse, mich an Einzelnes erinnere, Gott danke für das Schöne und ihn bitte für meine Lieben, mit denen er mich verbunden hat. 
Glaube kann auch heißen, mein Entsetzen nicht in meinem Herzen zu vergraben und mich darum herum zu krümmen wie ein nie enden wollender Schlag in die Magenkuhle. Glaube kann heißen, das Verletzende und Erschreckende hervorzuholen, all die Scherben Gott in die Hand zu geben, all das im Gebet auszusprechen und mit der Bitte zu schließen: Gott, in deine Hand lege ich diesen Scherbenhaufen. Ich weiß nicht weiter. 
Mach du etwas daraus! 
Am Ende ist und bleibt Gaube ein Abenteuer, das an jedem Morgen neu gewagt werden will. Ein Abenteuer, das mit einer tiefen Liebe zu tun hat. Einer Liebe zu mir, einer Liebe zu meinen Mitmenschen und einer Liebe zu Gott. Eine Liebe die sich gehalten weiß durch die unendliche Liebe Gottes zu mir und zu uns. 
Bleiben Sie behütet, Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz

Wochenlied: EEG Die Erde ist des Herrn
1. Die Erde ist des Herrn, geliehen ist der Stern auf dem wir leben. Drum sei zum Dienst bereit, gestundet ist die Zeit, die uns gegeben.
 
2. Gebrauche deine Kraft. Denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen. Vertraue auf den Geist, der in die Zukunft weist. Gott hält sie offen.
 
3. Geh auf den andern zu. Zum Ich gehört ein Du, um Wir zu sagen. Leg deine Rüstung ab. Weil Gott uns Frieden gab, kannst du ihn wagen. 
 
4. Verlier nicht die Geduld. Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke. Denn der in Jesus Christ ein Mensch geworden ist, bleibt unsre Stärke.
 
EG 607 Vertrauen wagen dürfen wir getrost
1. Vertrauen wagen dürfen wir getrost, denn du, Gott, bist mit uns, 
dass wir leben, denn du, Gott, bist mit uns, dass wir leben.
 
2. Unrecht erkennen sollen wir getrost, denn du, Gott, weist uns den Weg einer Umkehr, denn du, Gott, weist uns den Weg einer Umkehr.
 
3. Schritte erwägen können wir getrost, denn du, Gott, weist uns den Weg deines Friedens, denn du, Gott, weist uns den Weg deines Friedens.
 
4. Glauben bekennen wollen wir getrost, denn du, Gott, weist uns den Weg deiner Hoffnung, denn du, Gott, weist uns den Weg deiner Hoffnung.
 
5. Vertrauen wagen dürfen wir getrost, denn du, Gott, bist mit uns dass wir lieben, denn du, Gott, bist mit uns dass wir lieben.
 
EG 268 Strahlen brechen viele aus einem Licht
1dt. Strahlen brechen viele aus einem Licht. Unser Licht heißt Christus.
Strahlen brechen viele aus einem Licht - und wir sind eins durch ihn.
 
3dt. Gaben gibt es viele, Liebe vereint. Liebe schenkt uns Christus.
Gaben gibt es viele, Liebe vereint - und wir sind eins durch ihn.
 
4dt. Dienste leben viele aus einem Geist, Geist von Jesus Christus.
Dienste leben viele aus einem Geist - und wir sind eins durch ihn.
Quelle: Christiane Schuster-Scholz
Steppenbeet mit Ginster im Bibelgarten