© Astrid Burmeister

Herzliche Grüße zum 10. Sonntag nach Trinitatis

Sun, 08 Aug 2021 06:08:47 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße zum Israel-Sonntag 
aus der St. Jürgen- Kirche zu Holtrop!
Herzlich laden wir zum Gottesdienst am 08.08.21 um 9.00 Uhr in der Kapelle in Akelsbarg und um 10.00 Uhr in Holtrop- bei schönem Wetter  im Bibelgarten  unter einem hohen Pagodendach- mit Abstand und -auf dem Sitzplatz unbelastet durch Mund-und Nasenschutz- ein. Vielleicht aber möchten Sie lieber die Gelegenheit nutzen und gänzlich kontaktlos von zuhause mitfeiern. Dafür ist dieser Mitnehm-Gottesdienst gedacht, den Sie auch regelmäßig beim Bäcker, im Eier-Huske und an der Kapellentür in Akelsbarg und an der Kirchentür in Holtrop finden.  
 
Der zehnte Sonntag trägt den Namen: „Israelsonntag“ und ist geprägt als Gedenktag der Zerstörung Jerusalems. In den Texten dieses Sonntages geht es eines Teils um Buße angesichts der erfahrenen Zerstörung. Andererseits begegnet uns und die Hoffnung auf Neuaufbau in starken Bildern.
Gott und sein Volk werden wieder eins, darauf zielt die Vision der Textschreiber. 
So wie der Wochenspruch es ausdrückt: „Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zu seinem Erbe erwählt hat!“ Psalm 33,12
Wir feiern Gottesdienst im Namen Gottes, Quelle des Lebens, im Namen des Sohnes, Grund unserer Hoffnung und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns mit Lebendigkeit erfüllt, bewegt und begeistert. 
 
Einladung zum Gebet: 
Gott, 
immer wieder suche ich meine Ursprünge, auch die meines Glaubens.
Und immer wieder führen sie mich in das gelobte Land,
an den See Genezareth,
nach Nazareth,
nach Jerusalem.
Orte, an denen ich dein Evangelium besser verstehen kann, Gott.
Orte, 
die mich vor neue Fragen stellen:  Wo ist deine Friedensverheißung heute? 
Warum sind wir so weit von ihr entfernt? Wo ist dein gelobtes Land? 
Gott, schenke Frieden und Gerechtigkeit deinem Heiligen Land. Amen
                                                                                   (Fritz Baltruweit)
Jesaja 27,2-9 Ein Volk für Gott 
An dem Tag singt ihm das Lied vom wundervollen Weinberg zu: 3“Ich, Gott, behüte ihn, begieße ihn zu jeder Zeit, bewache ihn bei Tag und Nacht, dass niemand sich an ihm vergreift. 4 Mein Zorn auf ihn ist verraucht. Doch finde ich Dornen und Disteln darin, gibt´s einen schonungslosen Krieg: Sie werden ausgerissen und verbrannt. 5 So geht es dem, der nicht Schutz bei mir sucht und Frieden mit mir macht, ja Frieden mit mir schließt. 6 Jakob wird noch Wurzeln schlagen, Israel wird blühen und gedeihen und mit Früchten erfüllen die ganze Welt. 7 Hat der Herr sein Volk geschlagen, wie er ihre Schläger schlug? Hat er ihnen so viel umgebracht, wie er das bei ihren Mördern tat? 8 Mit Maßen, durch Verbannung hast du es bestraft! Sein heftiger Atem trieb sie fort am Tag, als der Sturm von Osten kam. 9 Dadurch wird Jakobs Schuld gesühnt. Und weil seine Sünde beseitigt ist, macht er die Götzenaltäre zerschlagenen Kalksteinen gleich. Aschera-Pfähle werden verschwunden sein und Raucheraltäre nirgends mehr stehen…“
 
Im Weinberglied erleben wir, wie ein Volk ringt. 
Es ringt um seinen Glauben, um Gott, um die eigene Identität.
Historisch steht die Erfahrung der Zerstörung Jerusalems dahinter. 
Die Menschen fragen sich: Wie konnte es passieren, dass das Allerheiligste, der Tempel in Jerusalem zerstört werden konnte, dass Gottes Volk mit Krieg überzogen, verschleppt, zerstreut, die Dörfer und Städte geschliffen werden konnten? Wie konnte Gott das zulassen? 
Einzelne deuten dieses schlimme Erleben als Strafe Gottes, weil sie allzu gottvergessen und achtlos in den Tag hineingelebt haben.
Aber Gott ist doch ihr Gott und sie sind doch Gottes erwähltes Volk, oder?
Vor diesem Deutungshorizont ist es zu verstehen, wenn im Weinberglied der Götzendienst anklingt, die Gottvergessenheit.
Der heiligste Ort, das damalige Zentrum ihres Glaubens, der Tempel in Jerusalem lag in Scherben. Eine Tragödie für ein Volk und eine schwere Krise für den Glauben, der sich ja bis dahin nach Jerusalem ausgerichtet hat.
Im Weinberglied klingt an, dass Gott am Brennen seines Weinberges leidet.
Wie kann Glaube durchtragen, wenn der zentrale Ort verloren ist?
Wie kann Glaube halt geben, wenn das Leben in einer Katastrophe zerbrochen ist? 
In der Krise, die das Volk Israel erlebt, wandelt sich der Glaube. 
Das jährliche Pilgern zum zentralen Heiligtum tritt in den Hintergrund. Aber sie erleben sich als von Gott Angeredete auf ihrem Weg. 
Sie erleben, dass Gott an ihrer Seite bleibt, auch im Leid.
Sie erleben, dass Gott Kraft gibt, schwere Wege zu gehen. 
Sie erleben, dass Gott ein Gegenüber bleibt, dass sich anreden lässt, das sich auch anschreien lässt und Schmerz teilt, das mitträgt und Kraft gibt, neue Wege zu finden. 
Sie erleben, dass auch nach schwerem Verlust, Gott vermag, ihnen wieder Freude und Gelingen im Leben zuteilwerden zu lassen. 
Sie erleben, dass der Glaube sie mit Menschen verbindet über Ländergrenzen hinweg. „Wir haben einen großen Schatz, aber wir haben ihn in irdenen Gefäßen“, wie viel später Paulus schreibt (2.Kor.4,7). 
Unser Leben ist endlich.  Gottes Liebe aber ist ewig. Aus dieser Liebe zu schöpfen, bedeutet, feinfühlig zu werden für die Zerbrechlichkeit des Lebens. Es bedeutet, auch meinen Anteil zu sehen an dem, was Leben fördert und an dem, was Leben erschwert oder zunichtemacht. Es bedeutet, neu anfangen zu können. Es bedeutet zur selben Zeit, zu spüren, wie Gottes Liebe mich am Morgen weckt, so dass ich voller Zuversicht den Tag beginnen kann, den Gott mir schenkt. Gottes Liebe zu erleben, bedeutet, Gott zu entdecken in den Begegnungen des Tages, im Anruf eines lieben Menschen, in der Schönheit des Schmetterlings, der gerade seine bunten Flügel entfaltet, als ich vorbeigehe, in der Freude am Fußballspielen, in der Doppelkopfrunde, der Musik, dem Zunicken des Mannes am Straßenrand, der immer seine knautschige Mütze zieht, wenn ich vorbeikomme. 
Gottes Liebe zu erleben bedeutet, wahrzunehmen, wo Gott mich gerade zur richtigen Zeit mit meinen Begabungen an die Stelle stellt, wo ich gebraucht werde, um zuzufassen, für andere da zu sein oder sie im Gebet zu begleiten. Gottes Liebe zu erleben bedeutet, am Abend ganz getrost alles, was war, und alles, was mir Sorgen macht, im Gebet in seine Hände zu legen. 
Bleiben Sie behütet, Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz Wochenlied: EG 144 Aus tiefer Not lasst uns zu Gott
1. Aus tiefer Not lasst uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, dass er aus seiner Gnad uns woll vom Übel befreien und alle Sünd und Missetat, die unser Fleisch begangen hat, als Vater uns verzeihen.
 
5. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Reue tief geschlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß und lass uns nicht verzagen. O hilf, dass wir getrost und frei ohn arge List und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen.
 
6. Sprich uns durch deine Boten zu, gib Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zur Ruh, tu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor deim Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht’: den Trost lass uns genießen.
 
EG 237 Und suchst du meine Sünde
1. Und suchst du meine Sünde, flieh ich von dir zu dir,
Ursprung, in den ich münde, du fern und nah bei mir.
 
2. Wie ich mich wend und drehe, geh ich von dir zu dir;
die Ferne und die Nähe sind aufgehoben hier.
 
3. Von dir zu dir mein Schreiten, mein Weg und meine Ruh,
Gericht und Gnad, die beiden bist du – und immer du.
 
EG 489 Gehe ein in deinen Frieden
1. I Gehe ein in deinen Frieden! Schlafe einen guten Schlaf!
II Ruh dich aus nach deiner Arbeit und gesegnet sei die Nacht.
I Mondlicht fließt herab vom Himmelszelt
II und der Tau glänzt auf unserm Feld.
I Preist den Tag und die Nacht! II Preist die Nacht und den Tag!
I+II Preist die Sonne, preiset die Erde,preist den Herrn aller Welten.
I Amen, II Amen.
 
2. Ihn, um den die Sterne kreisen, ihn, der alle Himmel kennt,
preist ihn, der in unsern Nächten heller als die Sonne brennt.
Der das Grauen, der den Tod bezwang, beugt sich über unseren Schlaf.
Preist den Tag und die Nacht! Preist die Nacht und den Tag!
Preist die Sonne, preiset die Erde, preist den Herrn aller Welten.
Amen, Amen. Text Str. 1: Helmut König 1957 nach einem Lied aus Israel;
Quelle: Bilderarchiv St. Jürgen
Bibelgarten Holtrop