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Herzliche Grüße zum 1. Sonntag nach Epiphanias

Sun, 09 Jan 2022 11:54:36 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße zum 1. Sonntag nach Epiphanias, am 09.01.2022, aus St. Jürgen!
Das Epiphanias-Fest am 06.01.2022 ist der Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Geht es am Heiligen Abend darum, dass Gott zu uns in alle Dunkelheit kommt, so liegt der Schwerpunkt an Epiphanias auf dem himmlischen Licht, das aufstrahlt.
Das Evangelium des Sonntages (Mt. 3,13-17) erzählt von der Taufe Jesu und von Herabkommen des Geistes Gottes in Gestalt einer Taube. Die Stimme, die vom Himmel erklärt: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ klingt fast wie die Ausrufung eines (weltweit mächtigen) Königs. Der Himmel steht offen, himmlischer Glanz fällt auf die Erde. Gott in all seiner Herrlichkeit macht sich auf, um uns zu begegnen. Das wirkt sich in unserem Handeln und Fühlen aus, wie der Wochenspruch sagt: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“Röm.8,14  
Feiern wir, weil Gott uns einlädt, 
im Licht und im Glanz der Herrlichkeit Gottes, die zu uns auf die Erde kommt, 
im Namen des Sohnes, in dem Gott uns begegnet als einer von uns und 
im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns als Kinder Gottes zusammenführt und unser Herz mit himmlisch-irdischer Hoffnung füllt.  
 
Einladung zum Gebet: 
Gott, eigentlich bräuchte ich es jeden Tag,
dass sich die Wolldecke über mir auftut
und der Himmel hindurchscheint und eine Stimme mir sagt, 
dass ich mich nicht so anstrengen muss
und dass ich über mich hinauswachsen kann.
Gott, ich bitte dich, sende deinen Geist auf mich herab,
dass mir die Augen aufgehen. (nach C. Tergau-Harms)

Jesaja 42,1-9 Das erste Lied vom Diener Gottes
42, 1 Seht, das ist mein Diener, ich stehe zu ihm! / ich habe ihn erwählt, und ich finde Gefallen an ihm. / Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt. / Er bringt den Völkern das Recht. 2 Er macht kein Aufhebens und schreit nicht herum. / Auf der Straße hört man seine Stimme nicht. 3. Das geknickte Rohr bricht er nicht durch,/ den glimmenden Docht löscht er nicht aus. / Ja, er bringt wirklich Recht. 4 Er selbst verglimmt nicht und knickt auch nicht ein, bis er das Recht der Erde durchgesetzt hat. / Die Meeresländer warten schon auf sein Gesetz. 5. So spricht Gott, der Herr, der den Himmel geschaffen und ausgespannt und die Erde und all ihr Gewächs ausgebreitet hat; / der dem Volk auf ihr den Atem gab, / Leben und Geist denen, die auf ihr gehen: 6 „Ich, Gott, ich habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. / Ich stehe dir zur Seite / Ich stehe dir zur Seite und rüste dich aus. / Ich mache dich zum Bund für das Volk, / und für alle Völker zum Licht, 7 um blinde Augen zu öffnen und Gefangene aus dem Gefängnis zu holen, / um alle, die im Dunkeln sitzen, aus ihrer Haft zu befreien. 8 Ich bin Jahwe, das ist mein Name! Diese Ehre lasse ich mir von niemandem nehmen. Den Götzen gebe ich nicht mein Lob. 9. Seht, was ich früher sagte, ist eingetroffen. / Nun kündige ich Neues an. / Noch ehe es aufsprosst, hört ihr es von mir.“
 
Es ist Lichtzeit. Das Licht der Welt ist geboren. Gottes Sohn ist in die Welt gekommen und teilt unsere Erfahrungen. Er trägt auch das Dunkelste. 
Alles Volk, das in Finsternis wandelt, kann das Licht sehen. 
Die Hirten bekommen es staunend zu sehen. 
Die Weisen aus dem Morgenland beten den neugeborenen König an. 
Das feiern wir an Weihnachten. Dieser Glanz von Weihnachten begleitet uns, wenn wir in das neue Jahr gehen. Der Höhepunkt des Lichtfestes ist erst am Epiphanias-Fest, am 06. Januar erreicht.
Vielleicht haben manche schon den Weihnachtsschmuck weggeräumt. 
Der Weihnachtsfestkreis geht allerdings noch weiter. Er endet erst am 02.02.2022. 
Der Predigttext, das „Lied über den Diener Gottes“ besingt den, den Gott schickt, damit er an der Seite der Menschen alles von Gott Trennende überwindet. Christinnen und Christen verstehen es als einen Hinweis auf Jesus. …“Ich mache dich zum Bund für das Volk, / und für alle Völker zum Licht, 7 um blinde Augen zu öffnen und Gefangene aus dem Gefängnis zu holen, / um alle, die im Dunkeln sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.““…
So haben Menschen Jesus erfahren. Als einen, der Mut gibt und Hoffnung. 
Als einen, der die Verlorenheit besiegt und einen neuen Weg zeigt und diesen Weg möglich macht. 
Mir ist wichtig, das zu hören und auch heute immer wieder vor Augen und Ohren zu holen: Wir sind Gott wichtig. Jeder Mensch ist Gott wichtig. 
So wichtig, dass Gott selbst Mensch wird, einer von uns. 
Es ist wahr: Die Herausforderungen unserer Tage können einem Sorgen bereiten. Aber von Weihnachten her wissen wir: Gott gibt uns einen an die Seite, der mit uns geht. Einen, der mit aushält. Einen der Mut macht und einen, der uns liebevoll ansieht und uns einlädt, ihm in die Hand zu legen, was für uns allein viel zu schwer ist. 
Was ihn auszeichnet, das hören wir bei Jesaja: Er geht leise und ruhig vor. Er schreit nicht; er schlägt nicht dazwischen; er trampelt nicht über andere hinweg. Er verbindet. Er führt zusammen. An ihm hat Gott seine Freude. 
Auch wir können uns von der Weihnachtsfreude anstecken und wärmen lassen, es an uns geschehen lassen, dass Gott in unser Leben kommt.
Vielleicht heißt das, aufmerksam zu werden, wo seine Spuren zu sehen sind. 
Vielleicht heißt das, einmal nicht alles leisten zu müssen, sondern hinzusehen wo Gottes Liebe uns im Leben begegnet und tüchtig macht, neue Wege zu gehen. 
Gottes Liebe eröffnet Wege und lässt Vertrauen wachsen.
Sie beendet die Verlorenheit und schenkt neuen Mut.
Sie verbindet über alles Trennende hinweg.
Mag sein, dass andere mit Säbelrasseln und Geschrei kurzfristige Erfolge feiern. Aber Erfolge, die auf Angst beruhen, sind keine wirklichen Erfolge.
Wer auf der Spur des Lebens geht, der wird Güte und Liebe den Vorzug geben. Und Gott wird vollenden, was für uns unmöglich scheint. 
Sein Licht leuchtet uns entgegen. 
Und so können wir ganz gelassen und erwartungsfroh in dieses neue Jahr gehen, das vor uns liegt. Gott geht mit uns. Wir dürfen gespannt sein. 
Er wird uns begegnen.
Ich wünsche Ihnen ein Wochenende voller Zuversicht und ruhiger Gelassenheit, 
Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
 
EG 410 Christus, das Licht der Welt
1. Christus, das Licht der Welt. Welch ein Grund zur Freude! In unser Dunkel kam er als ein Bruder. Wer ihm begegnet, der sieht auch den Vater. Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
2. Christus, das Heil der Welt. Welch ein Grund zur Freude!
Weil er uns lieb hat, lieben wir einander. Er schenkt Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen. Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
3. Christus, der Herr der Welt. Welch ein Grund zur Freude!
Von uns verraten, starb er ganz verlassen.
Doch er vergab uns, und wir sind die Seinen. Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
4. Gebt Gott die Ehre. Hier ist Grund zur Freude! Freut euch am Vater.
Freuet euch am Sohne. Freut euch am Geiste: denn wir sind gerettet.
Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
Jahreslosung 2022 zum Mitsingen
1. Wenn es knapp wird, müssen wir nach uns selber sehn. Manche bleiben dabei draußen stehn. Jeder denkt an sich. Du bist anders. Denn du lädst alle zu dir ein, willst im Himmel nicht alleine sein, rufst uns in dein Licht. 
 
Kehrvers: Wie auch immer wir zu dir kommen, du schickst uns nicht fort. Jetzt und immer sind wir willkommen, du bist Brot und Wort. Wo auch immer wir nach dir suchen: Du bist Weg und Tür. Du hast Worte voller Leben. Wir vertrauen dir.
 
2. Wenn es eng wird, denken wir ständig nur im Kreis. 
Stress und Sorgen fordern ihren Preis. Jeder kämpft für sich. 
Du bist anders. Du sitzt mit uns im selben Boot, 
und du spürst die Angst, die in uns tobt. Du verlässt uns nicht. Wie auch immer wir zu dir kommen…
 
3. Wenn es hell wird, können wir unsern Nächsten sehn 
und gemeinsam in die Zukunft gehen. Du bist mit dabei. 
Du veränderst unsern Blick auf die Wirklichkeit, 
unser Denken hier in Raum und Zeit. Du machst alles neu. Wie auch immer 
Text und Musik: Gottfried Heinzmann und Hans-Joachim Eißler © buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart
Quelle: Christiane Schuster-Scholz
Weihnachtsbaum am Epiphaniastag in St. Jürgen