© Astrid Burmeister

Herzliche Grüße zum 2. Sonntag nach Epiphanias

Sun, 16 Jan 2022 15:07:49 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Gott begegnet uns. Und doch bleibt er Geheimnisvoll. Am 2. Sonntag nach Trinitatis geht es darum, wie der Himmel zur Erde kommt. Das Glanzvolle des Weihnachtsfestes will in unseren Alltag hineinwirken und ihn verändern. Gott begegnet uns: Manchmal staunen wir und merken: „Da steckt Gott dahinter: Er hat etwas mit mir vor!“ Und andere Male verstehen wir nicht, warum etwas passiert, sind verzweifelt und würden Gott am liebsten unsere Freundschaft vor die Füße schmeißen. Und dann wieder geschieht es, dass uns Kraft und Hilfe zuwächst und wir erkennen: „Da hat Gott mich am Leben erhalten. Es war zwar so unendlich schwer, aber er hat mich hindurchgetragen. Dieses Staunende und doch nie ganz Verstehende  nimmt der Wochenspruch mit den Worten auf: „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“Joh .1,16  
Feiern wir, weil Gott uns einlädt, 
im Licht und im Glanz der Herrlichkeit Gottes, die zu uns auf die Erde kommt, 
im Namen des Sohnes, in dem Gott uns begegnet als einer von uns und 
im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns als Kinder Gottes zusammenführt und unser Herz mit himmlisch-irdischer Hoffnung füllt.  
 
Einladung zum Gebet: 
Gott, manchmal öffnest du für uns den Himmel.
Und du gewährst uns kleine Einblicke in deinen großen Plan.
Wir sind Teile in deinem großen Ganzen- wie Zahnräder, die ineinandergreifen
und mit jeder Drehung eine neue Verbindung schaffen.
Was können wir geben? Was ist uns gegeben? 
Gott, setz uns in Bewegung und gib uns Schwung – auf dich zu. 
Amen                                                                          (nach Katja Riedel)

1. Kor. 2,1-12 
Als ich zu euch kam, liebe Geschwister, um euch das Zeugnis von Gott weiterzugeben, tat ich das nicht mit überragender Redekunst oder tiefer Gelehrsamkeit. 2 Denn ich hatte mich entschlossen, unter euch nichts anderes zu kennen außer Jesus Christus und ihn als den Gekreuzigten. 3 
Als schwacher Mensch trat ich vor euch auf und zitterte innerlich vor Angst. 4 Mein Wort und meine Predigt beruhten nicht auf Überredungskunst menschlicher Weisheit, sondern auf der Beweisführung des Geistes und der Kraft Gottes. 5 Euer Glaube sollte sich nicht auf menschliche Weisheit gründen, sondern auf die Kraft Gottes. 6. Und doch verkündigen auch wir Weisheit – für die, die dafür reif sind. Das ist jedoch nicht die Weisheit der heutigen Welt, auch nicht die, der Machthaber dieser Welt, die ja irgendwann entmachtet werden, sondern wir predigen das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes. Dass diese Weisheit nur für uns sichtbar wurde, hat Gott schon vor aller Zeit bestimmt, damit wir an seiner Herrlichkeit Anteil bekommen. 8 Keiner von den Machthabern dieser Welt hat sie erkannt- denn, wenn sie diese Weisheit erkannt hätten, dann hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9 Nein, wir verkündigen, wie in der Schrift steht: „Was kein Auge je gesehen und kein Ohr jemals gehört, was keinem Menschen je in den Sinn kam, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.“ 10 Denn durch seinen Geist hat Gott uns dieses Geheimnis offenbart. Der Geist ergründet nämlich alles, auch das, was in den Tiefen Gottes verborgen ist. 11 Wer von den Menschen weiß denn, was im Innern eines anderen vorgeht – doch nur der Geist, der in den betreffenden Menschen wohnt. Ebenso weiß auch nur der Geist Gottes, was in Gott vorgeht. 12 Wir haben aber nicht den Geist dieser Welt empfangen, sondern den Geist, der von Gott kommt. So können wir erkennen, was Gott uns geschenkt hat. 
 
Mögen Sie Rätsel? Meine Kinder lieben Rätsel und mathematische Knobeleien. Besonders lieben sie es, mich damit auf´s Glatteis zu führen.
Dabei hätte ich es im Gedränge des Alltages eigentlich gerne klar, präzise und übersichtlich. So ist das und so muss man damit um. Fertig, abgehakt.
Gott aber ist anders. Er lässt sich nicht so einfach festlegen. 
Klar, es ist ja auch Gott. Er will uns ein Gegenüber sein, ein Gesprächspartner im unserem Gebet und in seinem Wort. 
Zugleich ist er an unserer Seite und geht mit uns mit, auch und gerade, wenn wir schwerstes durchzustehen haben.
Gott lässt sich anschreien. Gott bleibt unbegreiflich und dann wieder merken wir, wie sich Wege ebnen, Dinge fügen und wir merken: „Gott ist da doch.“ 
 
Gott gibt Antwort. Manchmal müssen wir leiser sein, um seine Antworten zu sehen und zu hören. Wollen wir Gott greifen, dann ist Gott viel zu groß oder vielmehr viel zu tief, um ihn restlos zu ergründen.
Wollen wir ihn entdecken, dann müssen wir mit Liebe auf das Leben sehen. 
 
Das lehrt uns Jesus Christus und plötzlich erleben wir, wie etwas aufstrahlt hinter dem Geflecht unseres Lebens. Wir schöpfen neue Zuversicht. Uns wächst unerwartet Kraft zu und wir merken: Gott ist vielleicht viel zu groß, viel zu tief, viel zu unbegreiflich. Aber zugleich hat er mir gerade diesen Menschen, gerade dieses Wort, gerade diese Begegnung geschenkt, als ich an der Stelle nicht mehr weiterwusste.  
 
Oder mit Paulus´ Worten gesprochen: : „Was kein Auge je gesehen und kein Ohr jemals gehört, was keinem Menschen je in den Sinn kam, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.“
 
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes, segensreiches, gesundes Wochenende mit spannenden Begegnungen!
 
 
Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
Quelle: Günther Hogenkamp
"Salvator" - "Heiland" an der Kanzel St. Jürgen