© Astrid Burmeister

Herzliche Grüße zum Sonntag Judika

Sun, 03 Apr 2022 13:25:00 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße am 3. April .2022 aus St. Jürgen!
Am Freitag um 19.00 Uhr hat uns die Passions- und Friedensandacht begleitet. Mit Simon von Kyrene haben wir nachgedacht, welches Kreuz für uns getragen wird und woher wir Tragkraft für unsere Last nehmen können. Der Sonntag trägt den Namen: „Judika“ – Gott schafft Recht. Allerdings rechnet Gott nicht auf. Vielmehr schenkt er Wegbegleitung, die Chance, mit ihm neu anzufangen und Freiheit zum Leben. Er schenkt uns diese Freiheit an dem Ort, an den er uns stellt. Aus seiner Liebe können wir Kraft schöpfen. Wir müssen uns nicht hervortun. Vielmehr soll kirchliche Gemeinschaft eine dienende Gemeinschaft ohne Herrschsucht und Machtmissbrauch sein. 
Das Matthäusevangelium erinnert daran: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sindern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. (Mt. 20,28)“
Wir halten inne, wir schöpfen Mut, wir fassen Vertrauen
im Namen Gottes, der die Welt ins Leben rief und auch uns, 
im Namen des Sohnes, der uns die Liebe Gottes zeigt, und im 
Namen der Heiligen Geistkraft, die uns ermutigt, stärkt und begleitet.  
 
Einladung zum Gebet: 
Gott,
wo ich lebe und bin,
bleib nicht verborgen.
Wo ich Unrecht erleide,
schaffe mir Recht.
Lass mich etwas von deiner Liebe,
deiner Güte 
und deiner Gerechtigkeit erfahren,
wo ich lebe und bin.
 Amen 
(nach Fritz Baltruweit)
 
 
Die Frage der Söhne des Zebedäus (Mk 10,35-45)
Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an Jesus heran und sagten: „Rabbi, wir wollen, dass du uns eine Bitte erfüllst.“ 36: „Was wollt ihr?“, fragte er. „Was soll ich für euch tun?“ 37 Sie sagten: „Wir möchten, dass du uns in deiner Herrlichkeit links und rechts neben dir sitzen lässt!“ 38 Doch Jesus erwiderte: „Ihr wisst nicht, was ihr da verlangt! Könnt ihr den bitteren Becher austrinken, den ich trinken, werde, und die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?“ 39 „Ja, das können wir“, erklärten sie. Jesus erwiderte: „Den Becher, den ich trinken muss, werdet ihr zwar auch trinken, und die Taufe, die mir bevorsteht, werdet ihr auch empfangen, 40 doch ich kann nicht bestimmen, wer auf den Plätzen links und rechts von mir sitzen wird. Dort werden die sitzen, die Gott dafür vorgesehen hat.“ 41 Die anderen zehn hatten das Gespräch mit angehört und ärgerten sich über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: „Ihr wisst, wie die Herrscher sich als Herren aufspielen und die Großen ihre Macht missbrauchen. 43 Bei euch aber soll es nicht so sein. Wer bei euch groß sein will, soll euer Diener sein, 44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Diener von allen sein. 45 Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“

 
 „Papa? Wen hast du eigentlich lieber: Mich oder Jenke?“ Der Vater schmunzelt: „Na, ich habe euch beide ganz besonders lieb! Ihr seid doch beide meine geliebten Kinder!“ „Ja, aber: Wen hast du denn am allerliebsten, sag mal?“ Der Vater sieht seine Tochter an „Warum willst du das denn wissen?“
Was bewegt uns, besonders gesehen zu werden, besonders geliebt zu sein, besondere Zuwendung zu erfahren? Das ist eine gute Frage.
Die beiden Söhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes, fragen Jesus ganz direkt. Wenn es nicht anders sein kann, dann wollen sie wenigstens im neuen Reich links und rechts von Jesus sitzen. Schließlich sind sie ganz von Anbeginn des Weges Jesu mit seinen Jüngern dabei gewesen. Alles aufgegeben zu haben und sich ganz auf Jesus eingelassen zu haben, das muss doch für etwas gut sein.
Obwohl dieses Denken ihr „Aufrechnen“ entlarvt, blockt Jesus ihre Frage nicht ab. Er antwortet ihnen und macht ihnen und auch uns auf diese Weise deutlich, wie anders Gott in seiner Liebe an uns handelt.
Der „Becher“ symbolisiert das Leiden. Jesus nimmt es auf sich, um alle Verlorenheit und Gottesferne des Todes ein für alle Mal zu überwinden. Im Abendmahl haben wir Anteil an seiner Nähe. 
Im Leiden bleibt er uns nahe und auch im Sterben und darüber hinaus. 
Für die Jünger und für uns geht es nicht darum, besonderes Ansehen zu gewinnen oder einen besonderen Platz zu ergattern. Vielmehr geht es in Gottes Reich darum, wie wir an dem Ort, an den Gott uns stellt, für andere da sein können. Gott hat uns unsere je ganz eigene Gabe gegeben. Mit ihr können wir etwas tun, gerade dort, wo wir sind. 
Gottes Liebe gilt uns schon. Wir müssen sie uns nicht erst verdienen oder im Nachhinein zeigen, dass wir sie verdient haben. 
Gott schenkt sie uns. Wir können sie einsetzten in der Situation, in der wir gerade sind. Damit dreht sich die Frage um: „Kannst du uns geben, dass wir an deiner Seite sitzen?“ wird zu der Frage: „Wozu hat Gott mich an diesen Ort gestellt? Was kann ich hier für andere sein und geben?“ In all dem dürfen wir uns der Liebe Gottes so gewiss sein wie Jenke und seine große Schwester sich der Liebe ihrer Eltern selbstverständlich gewiss sein können. Die Liebe ihrer Eltern wird sie immer begleiten. Gottes Liebe zu uns, seine Sorge und seine Freude an uns wird uns leiten. Einen segensreichen Sonntag wünscht Ihnen
 Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
Quelle: Moo Fricke
Ein Spatz an der Kirchwand