© Astrid Burmeister

Juli-Gruß

Fri, 15 Jul 2022 18:10:01 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße aus St. Jürgen 
 
Die Sonne steigt höher. Koffer werden gepackt. 
Besuch steht in´s Haus. Es ist Urlaubszeit.
Die Kinder freuen sich schon auf die Ferien: 
Endlich schulfrei!
Endlich Zeit, auszuruhen, oder per Rad, Bahn oder Flieger die Schönheit der Welt zu bestaunen. Das geht auch in Ostfriesland.
Endlich ist Zeit für´s Schwimmbad und Zeit für nette Begegnungen.
Der Bibelvers für Juli findet sich in einem Psalm, in dem einer seiner Verzweiflung Ausdruck verleiht und um Hoffnung ringt. 
 
„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“ Ps 42,3
 
Der Psalmbeter spricht von großer Sehsucht: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Herr, zu dir.“
Der Psalmbeter schreibt auch, warum er sich so sehr nach der Sichtbarkeit Gottes sehnt. Er möchte Gott greifen, – be-greifen- können. 
Er möchte, dass Gott eingreift und seine friedenschaffende Macht einsetzt. 
Ich bin sicher, dieses Sehnen können wir alle gut nachempfinden.
Im Psalm wechselt der Ton. Verzweiflung weicht und gibt Hoffnung Raum. 
Gott hat einen festen Bund mit uns geschlossen. Und dieser Bund bleibt bestehen. Der Psalmbeter sagt: „Ich werde Gott noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“
 
Durst kann schrecklich sein. Wer zu lange durstig bleibt, der kann nicht mehr denken. Mit Kopfschmerzen fängt es an, mit Müdigkeit und Schwindelgefühl geht es weiter. Dann will der ganze Mensch nur noch trinken. Wie herrlich schmeckt dann der erste Schluck frischen Wassers!
 
Das Bild vom Wasser, das uns Körper, Geist und Seele erfrischt, lässt mich nicht los. Schon in allem Anfang spielt Wasser eine lebenswichtige Rolle. Am Anfang gab es nur Wasser und Land. Und langsam entstanden, erst im Wasser, dann auf Festland, Pflanzen und Tiere, und viel später Menschen. Aber alle brauchten Wasser zum Wachsen und zum Leben. Jetzt im Sommer gehört es zur täglichen Übung: Früh morgens gilt es zu gießen, was in der Höhe des Tages nicht den Blütenkopf hängen lassen soll. Auch wir Menschen brauchen Wasser. Wasser zum Trinken, Wasser für Tee, und Wasser zum Kochen. Wir haben es gut, dass wir sauberes Wasser in der Wohnung abfüllen können. In anderen Ländern der Erde müssen Menschen weite Wege mit Krügen zurücklegen, um Wasser zu holen.
Wir brauchen Wasser auch außen: Zum Waschen, Badengehen oder Duschen. Manchmal haben wir nicht so viel Lust darauf, weil wir nicht frieren wollen. Jetzt im Sommer aber, kann das eine willkommene Erfrischung sein: Dann, wenn wir geschwitzt haben und an uns selbst festkleben; wenn wir im Garten gearbeitet haben oder Beeren-Obst eingekocht und ganz verdreckte Hände haben, dann freuen wir uns auf das reinigende Wasser. Seit Corona in der Welt ist, ist es eine tägliche Übung für Groß und Klein: Wenn wir reinkommen ins Haus, dann werden erst einmal die Hände gründlich eingeseift und gewaschen. 
Manchmal kann Wasser auch gefährlich sein. Wir kennen sie alle, die Bilder von Überschwemmungen. Da wird ein kleiner Bach plötzlich zum reißenden Fluss; oder von einem steinigen Berg stürzt ein Bach herunter und reißt Geröll mit sich und begräbt Häuser unter sich. Dann wird Wasser zur Gefahr. Auch das kann Wasser sein: Eine elementare Kraft, die uns bedroht. 
Als Christen begleitet uns das Wasser noch in einer anderen Bedeutung: In ihr ist dies alles enthalten: Gefahr und Lebensrettung, Durst und Nahrung, Reinigung und das Gefühl, wie neugeboren zu sein: Es ist das Wasser der Taufe. In der Taufe wird der Mensch mit all seiner Geschichte, der kurzen eigenen und der langen Menschengeschichte, hineingestellt in die Geschichte Gottes mit uns. Wir sind nicht mehr nur Kind unserer Eltern, wir sind auch Kinder Gottes.  Unsere Eltern werden alt und verlassen uns. Wir selbst fühlen uns immer wieder überfordert und schwach. 
Aber bei Gott bleiben wir ein Leben lang sein geliebtes Kind. Er begleitet unseren Weg vom Anfang bis zum Ende. Er geht mit uns durch Not und Gefahr und lässt uns wieder Hoffnung und Erlösung erfahren. Das Wasserkreuz Ihrer Taufe auf Brust und Stirn begleitet Sie unsichtbar Ihr Leben lang. Das Bündnis, das er mit uns in der Taufe geschlossen hat, bleibt unverbrüchlich bestehen. Aus Gottes Liebe zu schöpfen und Gottes Liebe weiterzugeben und zu leben, dazu macht Gott uns fähig - ein Leben lang. 
Bleiben Sie behütet, Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
 
Mitmach-Psalm 73 in leichter Sprache
 Gott, zeig uns, was richtig ist; hilf uns, Gutes zu tun
Gott ist gut zum Volk Israel und Gott ist gut zu dir:
 Denn du hast ein gutes Herz.
Ich bin fast ausgerutscht.
 Ich bin fast in die Bosheit verfallen.
 Denn ich bin fast selbst ein Böser geworden:
 Ich habe nämlich die Angeber beschimpft.
             Ich habe mich geärgert: Denn die Bösen haben es gut.
Die Bösen haben es das ganze Leben lang leicht.      
Die Bösen machen sich über andere Menschen lustig.
 Die Bösen sprechen Böses:
             Denn die Bösen tun anderen Menschen mit ihren Worten weh.
             Und die Bösen sehen auf die anderen Menschen herunter.
 Gott, zeig uns, was richtig ist; hilf uns, Gutes zu tun
Die Bösen machen sich über alles lustig: Die Bösen lachen über den Himmel. Die Bösen füllen die ganze Erde mit bösen Worten.
            Das Volk Israel nimmt die bösen Worte auf.
                   Und das Volk fragt:
 Was weiß Gott über das Leben in der Welt? Denn sieh nur:
 Diese Menschen sind vielleicht die Bösen. Aber die Bösen sind reich.
             • Wozu bin ich also gut?
             • Wozu ist mein Herz rein?
             • Wozu sind meine Hände sind sauber? Sag: wozu?
 Doch ich bin mir sicher: Gott will mich gut haben.
 Genau das ist mein Glück:
             Ich will gut sein. Darum bin ich Gott nahe.
             Zu meinem Gott kann ich immer kommen.
 Bei Gott bin ich zuhause.
 Darum erzähle ich allen: Gott ist gut!
Gott hat so viel Gutes getan!
Gott, zeig uns, was richtig ist; hilf uns, Gutes zu tun
 
Lied: Segne Vater Herz und Hand
Segne uns mit der Weite des Himmels. Segne uns mit der Wärme der Sonne. Segne uns mit der Frische des Wassers.
Himmlischer Vater, segne uns!
 
Kehrvers: Segne, Vater, tausend Sterne.
Segne, Vater, unsre Erde. Segne, Vater, Meer und Land.
Segne, Vater, Herz und Hand.
 
Segne uns mit dem Rauschen der Wälder. Segne uns mit der Ernte des Feldes. Segne uns mit der Kraft der Tiere.
Himmlischer Vater, segne uns! Segne, Vater, tausend Sterne…
 
Segne uns mit den Träumen der Kinder. Segne uns mit der Liebe der Eltern. Segne uns mit Geschichten der Alten.
Himmlischer Vater, segne uns! Segne, Vater, tausend Sterne…
 
 
 
EG 170 Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen
1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen. Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.
 
 2. Keiner kann allein Segen sich bewahren. Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.
 
3. Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden, wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden. Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen - die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.
Quelle: Verena Beermann
Bibelgarten St. Jürgen