© Astrid Burmeister

"Mein Wort ist schon in deinem Herzen und auf deinen Lippen"

Sat, 10 Oct 2020 08:38:51 +0000 von Christiane Schuster-Scholz

Herzliche Grüße zum 18. Sonntag nach Trinitatis,
am 11.10.2020 aus St. Jürgen!
Wir feiern Gottesdienst an diesem Sonntag um 9.00 Uhr in der Kapelle in Akelsbarg und um 10.00 Uhr in der Kirche in Holtrop. Zu Gast sind in Holtrop an diesem Sonntag Lektorinnen, die uns das Thema des diesjährigen Frauensonntages nahebringen: „Lasst euer Licht leuchten“. Für Plätze mit Abstand ist gesorgt. Sollten Sie dennoch Bedenken haben , können Sie auch von zuhause mitfeiern. Dafür nehmen Sie diesen Mitnehm-Gottesdienst beim Bäcker, im Eierhuske oder an der Kirchentür mit und feiern Sie in Verbundenheit von zuhause mit uns mit.
 
Woran richten Christen ihr Leben und Handeln aus? Jesus nimmt als Jude selbstverständlich die jüdische Zusammenfassung des Willens Gottes in den Zehn Geboten auf. Ihr Kern ist in dem Doppelgebot der Liebe auf den Punkt gebracht: Gott und den Nächsten zu lieben. Beides gehört untrennbar zusammen. So ruft es uns der Wochenspruch zu: Denkt an das Gebot, das Gott uns gegeben hat: Wer Gott liebt, soll auch seine Geschwister lieben. 1. Joh. 4,21
In dieser Liebe, die Gott uns schenkt und in unser Herz gelegt hat, feiern wir im Namen Gottes, der die Welt geschaffen hat und auch uns,  im Namen des Sohnes, der uns gezeigt hat, wie Liebe und Barmherzigkeit auf dieser Welt Gestalt annehmen, und im Namen des Heiligen Geistes, der uns Kraft gibt und uns begeistert.
 
Einladung zum Gebet: 
Gott, 
deine Liebe trägt mich 
ein Leben lang 
und noch weiter.
Meine Dankbarkeit möchte dir antworten.
Ich möchte mich
meinen Geschwistern zuwenden,
Augen haben für sie und ein offenes Herz – 
Heute,
morgen,
jeden Tag. 
Amen
 
 
Das Gesetz in deiner Nähe
11 „Denn das Gesetz, das ich dir heute gebe, ist nicht zu schwer für dich und nicht zu fern. 12 Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: „Wer steigt für uns in den Himmel hinauf und holt es herunter und lässt es uns hören, damit wir es befolgen können?“ 13 Es ist auch nicht auf der anderen Seite des Meeres, sodass du sagen müsstest: „Wer fährt für uns hinüber und holt es her und lässt es uns hören, damit wir es befolgen können?“ 14 Nein, das Wort ist dir ganz nah. Du hast es schon auf den Lippen und im Herzen, und du kannst es befolgen.“(5. Buch Mose 30,11-14)
 
„Der hat das aber zuerst gemacht, der hat angefangen!“ „Gar nicht, soll ich mal sagen, was du immer schon tust?!“ Ein Streit mittags am Küchentisch. Die Gemüter kochen hoch. Unterschiedliche Interessen krachen erbarmungslos aufeinander. „So, nun ist aber mal Ruhe hier! Was ist los?!“
Die Mutter greift ein. Und nun ist die Herausforderung, in aller Aufregung dafür zu sorgen, dass jeder aussprechen kann, was ihn so zornig macht, was sein Interesse ist, und dann zusammen einen guten Kompromiss zu finden, der jedem - zumindest im Rahmen der Möglichkeiten - zu seinem Recht verhilft. Es ist nicht immer leicht, Mutter zu sein. Der ultimative Schlussstrich: „Das gilt hier, weil ich es sage!“ ist zwar manchmal unumgänglich, aber viel leichter fällt, miteinander Regeln zu finden, die alle einsehen und die nicht nur kraft elterlicher Autorität durchgesetzt werden.
Auch im 5. Buch Mose geht es um Regeln. Das Volk ist nach einer langen Wanderung kurz vor dem Ziel. Im „Gelobten Land“, werden sie sich niederlassen und sesshaft werden. Eine Phase der Neuorientierung: Welche Regeln können in dieser großen Gemeinschaft ein gutes Zusammenleben ermöglichen?
 
Einer der größten deutschen Dichter und Denker, Immanuel Kant, hat als Gebot der Vernunft einmal den kategorischen Imperativ erhoben: „Handle so, dass du wünschen kannst, dass die Maxime deines Handelns zur Maxime des Handelns aller werde.“ Einfacher reimt der Volksmund: 
„Was du nicht willst, was man dir tu, das für auch keinem anderen zu“.
Die Bibel verlangt mehr: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand!“ Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Mt 22,37ff)
 
Im 5. Buch Mose steht auch, warum: Die Entscheidung, Gottes Gebote zu befolgen, ist eine Entscheidung für Glück und Leben, eine Missachtung führt zu Bösem, zu Tot und Unglück. Das leuchtet in dem Fall auch ein: Die Kraft, ein gemeinsames neues Leben aufzubauen, liegt eben in der Gemeinschaft. Fällt diese Gemeinschaft auseinander, sucht jeder nur seinen eigenen Vorteil und kümmert sich nicht um den Nächsten, so geht das in aller Regel für den einzelnen vielleicht noch gut, für andere aber und für die Gemeinschaft insgesamt -in einem feindlichen Umfeld- schief. Menschen bleiben auf der Strecke. Tod und Unglück sind die Folgen. 
Interessant ist, dass die Achtung vor Gott und die Beachtung seiner Gebote der Schlüssel zum Glück sind. Und das ist nicht schwierig, denn Gott selbst hat es lange „in unser Herz und auf unsere Lippen gelegt“. So hören wir. 
Mir ist dazu ein modernes Gleichnis eingefallen, das ich von dem Theologen und Pädagogen Siegfried Macht habe:
„Warum die Engel Halleluja singen
Lange bevor die Sonne und der Mond, die Erde und die Sterne geschaffen wurden, waren bei Gott die Engel. Und weil viele der Engel gar nicht so recht wussten, was sie die ganze Ewigkeit tun sollten, versammelten sie sich eines Tages um den Herrn des Himmels und baten ihn, dass er sich doch etwas von ihnen wünschen solle.
Der aber, als hätte er nur darauf gewartet, sprach: „Rückt alle ein wenig mehr zusammen, aber so, dass jeder jedem am nächsten steht.“
Also rückten sie alle einander näher, aber oh weh: Kaum rückte einer seinem rechten Nachbarn näher, war er vom linken nur um so weiter entfernt. Und rückte er auf diesen zu, so musste er jenen allein lassen. Nachdem sie so eine Weile ratlos hin und her gegangen waren und in einem großen Kreis um den Herrgott standen, sprach Gabriel: „Nicht nach rechts oder links lasst uns gehen, sondern noch weiter auf den Herrn zu, so weit es irgend möglich ist, so kommen wir auch einander näher, dass es näher nicht geht.“ Und gesagt, getan fanden sie sich zum engen Kreis und singen seitdem ihr „Gelobt sei Gott“; nicht etwa, weil Gott des Lobes bedürfe, wie ein König, der ihn zu rühmen auf die Tagesordnung setzt, sondern weil sie auf keine andere Weise einander so nahe kamen, wie im Zugehen auf Gott.“
Am Küchentisch haben sich die Gemüter etwas abgekühlt. Jeder darf sagen, worum es ihm geht. Was würdest du dir für die Zukunft wünschen? Wir finden eine Vereinbarung. Wie gesagt: Gott hat es uns in unser Herz gelegt. 
Ich wünsche Ihnen eine friedvolle, segensreiche Woche! 
Ihre Pastorin Christiane Schuster-Scholz
 
Wochenlied EG 414 Lass mich, o Herr, in allen Dingen
1. Lass mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und lass mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin.
 
2. Gib meinem Glauben Mut und Stärke und lass ihn in der Liebe tätig sein, dass man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgerschaft
und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft.
 
3. Lass mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich fügt; gib Furcht und Demut, wann du mich beglückst,
Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst.
 
4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich dir, wenn ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du alles hast so wohl gemacht.Dann werd ich heilig, rein und dir geweiht,
dein Lob verkündigen in Ewigkeit.
 
EEG 30.Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen
Kehrvers:  Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn, dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.
1. Dein Reich in Klarheit und Frieden, Leben in Wahrheit  und Recht. Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme. Lass uns den Weg…
 
2. Dein Reich des Lichts und der Liebe lebt und geschieht unter uns. Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme! Lass uns den Weg…
 
3. Wege durch Leid und Entbehrung führen zu dir in den Reich. Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme. Lass uns den Weg…
 
4. Sehn wir in uns einen Anfang, endlos vollende dein Reich! Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme! Lass uns den Weg…
 
(Hörprobe zum Mitsingen: www.Kirche-Holtrop.de
Übrigens: Gottesdienst mitfeiern: So,10.00 Uhr: Radio Ostfriesland UKW 94,0 oder live in St. Jürgen
Quelle: Manfred Süssen
Christus-Fresko in der St. Jürgen-Kirche